Lesbisch-schwules Stadtfest Berlin 2018

Das lesbsich-schwule Stadtfest oder auch Motzstraßenfest genannt, fand am Nollendorfplatz in Berlin-Schöneberg zum 26ten Mal statt. Mein Eindruck war, dass für zwei Tage ein queeres Dorf entstanden ist und man vieles wiedererkannte. Viele Vereine versammelten sich aber auch Landes- und Bundesstellen, welche sich gegen Diskriminierung, Stigmatisierung und Ausgrenzung stark machten und machen. Es gab viel Essen und fünf Bühnen, wo Musik gespielt und oder Diskussionsrunden veranstaltet wurden. Insgesamt ein sehr ausgelassenes und schönes Fest.

Dennoch …
finde ich Kritikpunkte. Ich würde mir wünschen, wenn das Stadtfest durch die Bezirke wandert. Wie sonst könnte für Sichtbarkeit und Akzeptanz geworben werden, wo es vielleicht am nötigsten wäre? Neuköln, Marzahn, Spandau …

Wäre es nicht sinnvoll den aufklärerischen Ansatz gerade in alle Bezirke zu tragen? Allen Menschen die Möglichkeit zu geben mit queeren Lebenskonzepten/weisen vertraut und die Probleme sichtbar zu machen – unter denen queere Menschen immer noch leiden? Oder anders, gibt es solche Inklusiven-Feste?

Auch die ziemlich prekäre Situation im Bildungswesen zur Aufklärung über Geschlechtsidentitäten und Orientierungen schien nicht den größten Raum zu haben. Die Themen HIV und PrEP waren dahingegen aber sehr prominent. Zum Thema lesbische Sichtbarkeit durfte man auch suchen, was bezeichnend für die lesbische Kultur in Berlin ist. Trans*Inter* und nicht binäre Sichtbarkeit war, wenn überhaupt, bei Vereinen anzutreffen, mit dazugehörige Aufklärung zu den Themen. Ich möchte nicht sagen, dass das Fest nicht schön war, aber aus einer queer-feministischen Brille war das Fest sehr männlich geprägt.

Ich hatte das Gefühl von Gemeinschaft, aber auch wieder nicht ganz Teil zu sein. Ich suchte Orte, wo ich mit Menschen in Gespräch komme, ggf. sogar Workshops, wo ein gewisser geistiger Austausch stattfindet. Meine höchst persönliche Vorstellung wäre, wenn es Workshops zu gesunder Ernährung, Schmuck (Kreativwerkstätte), Familiengründung, Achtsamkeit, MeToo, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung gäbe.

Das alles hätte das lesbisch-schwule Stadtfest für mich perfekt gemacht, was nicht – wie gesagt, bedeutet, dass das Fest nicht schön war. ;D

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Aktion Standesamt 2018 & ASH AStA Queer Ref. 05.07.2018

Am 05.07.2018 fanden die Aktion Standesamt 2018 und das Queer Referat der Alice Salomon Hochschule sich vor der Hochschule zusammen und informierten die Studierenden über die Thematik der dritten Geschlechtsoption. Dabei wurde auch der aktuelle Gesetzesvorschlag (Geschlechtsänderungsgesetz) von Herrn Seehofer (Zur Zeit Innenminister) kritisch diskutiert. Das Queer Referat erklärte in diesem Kontext, unter welchen Bedingungen an der Alice Salomon Hochschule der Personenstand und der Vorname geändert werden kann. Dazu kann man an der Hochschule den sogenannten Ergänzungsausweis des dgti (Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität) und den Personalausweis beim Immatrikulationsamt vorlegen.

Das Wetter und die Stimmung waren sehr gut. Wir hatten zusätzlich zu unseren vielen Informationen – veganen und vegetarischen Kuchen an unserem Infotisch zum verspeisen bereitgestellt und sind so zu schönen Gesprächen mit unseren Kommilitonen gekommen.

Demo: Protest gegen rassistischen Aufmarsch durch Kreuzberg 17.02.2018

Am 17.02.2018 rief das AfD-Mitglied Leyla Bilge zum ‚Marsch der Frauen‘ auf. Diese Demo war ein bundesweiter Aufruf gegen islamische Gewalt an Frauen*. Dies war der Hebel, welcher für rassistische, anti-feministische und anti-queere Thesen genutzt wurde. Es wurden Flüchtlinge stigmatisiert, und Frauen* – welche eine Schwangerschaft abbrechen wollen – kriminalisiert und alternative Lebensformen diskriminiert.

Die Demo der AfD wurde von Aktivisten*innen und Bürger*innen sehr früh gestoppt, so dass diese nicht bis zum Bundestag ziehen konnte. Hier zeigte sich beeindruckend, dass die Menschen der Stadt keinen Raum für Nazis bieten und schon gar nicht in unseren wunderschönen Bezirken Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain!

Wir – vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, traten für die Abschaffung des Paragraphen 219 a ein, welcher ein Werbeverbot für Ärzt*innen im Strafgesetzbuch festlegt. Dies behindert im hohen Maße die Informationsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren* über ihren Körpern in einem Ausmaß, welches die Gleichstellung der Geschlechter institutionell in Frage stellt. Diese Diskriminierung und Bevormundung muss ein Ende haben, darum verteilten wir Flyer, informierten Teilnehmer*innen der Demo und waren sicht- und hörbar präsent.

Wir freuen uns über jede Unterstützung oder euer Interesse. Schaut einfach auf unserer Website vorbei: http://www.sexuelle-selbstbestimmung.de/ 

Der verfluchte erste Blogeintrag

Ich finde, der erste Eintrag ist immer der schwerste. Erstens muss man sich durchringen, die Gedanken zu fassen und dann auch noch Gedanken dazu haben.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich habe viele Gedanken, verdammt viele Gedanken, aber welche sind zu privat, sodass man diese besser nicht dem Internet und der Welt mitteilt, und welche sind schlicht zu alltäglich/uninteressant.

Nun, ich beschließe in meinem ersten Beitrag etwas über mich zu plaudern. 🙂

Ich bin sehr romantisch veranlagt, was mit meiner Veranlagung in Tagträume zu rutschen, eine mehr oder weniger gefährliche Mischung ist. Entweder bekomme ich ein Teil von Gesprächen nicht mit, oder ich laufe plötzlich in einer ausgeblendeten Realität zombiehaft auf den Straßen umher. Zu dieser Nebensächlichkeit gesellt sich noch eine ausgeprägte Ich-muss-die-Haare-richten-Macke. Was meine Freunde echt zur Weißglut bringt, zusätzlich, dass ich dann ständig das Smartphone vor die Nase halten muss, um zu schauen, ob meine Bemühungen Früchte getragen haben. ^^

Was meine derzeitige Freizeitbeschäftigung angeht, lese ich sehr viel, am liebsten lesbische Liebes- bzw. Dramageschichten. Dabei nehme ich so gut wie alles mit, was mich bei Mangas, Romanen interessiert. Ich muss zugeben, dass ich recht wählerisch bin. Ich mag tiefe Charaktere, welche – die auch mal widersprüchlich sind und bereit sind – sich zu entwickeln. Ich mag es einfach mich in die Menschen hineinzuversetzen, deren Gefühle nachzuempfinden und deren Geschichte quasi zu leben. Ihr seht, ich bin bei so etwas total dabei. Es ist – als wäre ich selbst mit drin, …, wenn ihr versteht was ich meine. Ach ja, und Hörbücher liebe ich auch. 😀

Ansonsten bin ich zur Zeit voll in der Planung, was meine Transition angeht, ich mag die Leute zwar nicht immer mit dem Thema belöffeln, aber ich muss halt sagen, dass das ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Es ist, als ob man in/auf einer flauschigen Wolke ist und auf das bisherige Leben zurückblickt. Einiges scheint weit entfernt und manchmal denkt man sich: „Ach Mist, hätte ich damals doch einfach etwas gesagt.“ Es ist eine krasse Selbstreflexion, über manches muss man sturzbachartig weinen, über manches schmunzeln und über einiges den Kopf schütteln. Fakt ist, dass es der richtige Weg ist. Ich bin einfach so zufrieden und urglücklich, dass ich – ich sein kann. Die Vergangenheit trägt halt Narben, aber die verblassen mit der Zeit und ich habe ja noch ein ganzes Leben vor mir. Ich bin da eine Volloptimistin. 😀

Ps. Was für ein sonderbarer Tag, die Sonne scheint irgendwie so herbstlich, bzw. das Jahr ist bald um, …, habt ihr manchmal auch dieses Gefühl, dass die Zeit einfach rasend schnell vergeht? Schrecklich, … ist das so, wenn man älter wird :O oh weh, … ich bin mal bei der Schokolade 😉 bis dann ihr Lieben