outing

ein leben beginnt unscheinbar! man darf schreien und reden, wie man will. man darf neugierig sein und die welt erforschen. und man darf von anderen lernen.

man muss von anderen lernen.

ich traf menschen, die scheinbar so waren, wie ich selbst. ihre körper und stimmen ähnelten meiner sehr. doch da lauerte etwas in mir, etwas – was nicht offensichtlich war.

es widersprach den blicken, den urteilen der anderen.

es saß mir unter der haut, tief, tief im herzen und kopf vergraben und ich vergrub es weiter – denn es passte nicht zu den anderen menschen,

es gehörte nicht in die gesellschaft. die gesellschaft wollte es nicht, die gesellschaft verachtete es.

doch was war mit dem himmlischen wesen? liebte sie es, wollten sie es – sollte es eine prüfung sein, ein zeichen, was für wege sollte ich für sie gehen?

so fragte ich das himmlische wesen, ‘was ist mit mir, was stimmt mit einem körper nicht, warum wehrt sich mein innerstes so sehr gegen diesen körper?’

es kam keine antwort!

keine antwort, wie auf die hunderten gebete zuvor, keine antwort .. keine erlösung.

so lebte ich mit einem körper der nicht meiner war, der sich verhielt – wie etwas fremdes.

und das innere wehrte sich und trat zu tage und tränen bezeugten die zerrissenheit zwischen dem körper und der identität.

ich versuchte mich anzupassen, den anderen menschen zu gefallen. und zu funktionieren, so wie die vielen anderen körper, welche scheinbar so sind wie meiner. so wie die spiegel es zeigen, so wie die menschen mich ansprechen, so wie die menschen mich behandeln.

ich mag die konzepte nicht, in die ich geboren wurde!

es fühlte sich rau an, es fühlte sich nach schmerz an!

ich durfte und konnte dinge nicht machen, die ich wollte.

kein mensch konnte mich verstehen. menschen wie ich werden beschimpft, menschen wie ich werden verletzt, menschen wie ich sind traurig, menschen wie ich haben keine heimat.

all das lernte ich von meiner familie, den menschen denen ich vertrauen, die ich lieben und achten sollte.

doch ich bin mir sicher, das äußere muss zu dem inneren passen. das innere muss sich den anderen menschen zeigen.

jetzt beginnt ein kampf auf lebenszeit.

menschen werden über mich urteilen, menschen werden mich bewerten, jeden tag werde ich mit blicken und worten durchbohrt werden.

und ich kämpfte! ich kämpfe in einem system das mich klassifiziert, pathologisiert, damit ich sein kann, wie ich bin.

und so lebe und blühe ich auf, lerne von menschen, von denen ich lernen will, von denen ich lernen darf.

ich bin frei und mein leben beginnt erneut! ich lebe jetzt ein leben, mit einer familie, die keine grenzen kennt, die mich nimmt, wie ich bin, auf mich aufpasst und auf die ich aufpasse.

und so werde ich kämpfen, für alle – die es nicht mehr können,

für alle die verloren gingen, für alle, die geopfert wurden.

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