Kopfmenscherinnen

Wenn man auf der Straße wildfremde Menschen fragen würde: „Was verlief in Ihren Leben nach Plan? Haben/Hatten Sie an Ihren Träumen und Zielen gearbeitet?“

… So würde man, wie die Fragen es ja schon herausfordern, höchst unterschiedliche Antworten erhalten. Jeder muss ja rückblickend sein Leben betrachten und diesen Rückblick dann mit dem Jetztzustand vergleichen. Wir werden wahrscheinlich ‚Anker‘ in unserem Leben finden, wo wir ggf. sagen würden, hier hätte ich mich anders entscheiden können oder sollen, dort habe ich Lebenszeit verschwendet. Manche schauen wahrscheinlich mit Wehmut zurück, andere sind von ihren Erfahrungen vielleicht sogar überwältigt oder können mit ihren Erfahrungen helfen.

Welche Zwänge, welchen Druck oder Unfreiheiten muss man also ertragen, um sich die Freiheit zu nehmen, auch mal eine Enttäuschung oder ein Risiko einzugehen? Ich denke, es ist manchmal einfach die Furcht vor den Wenns und Abers. Wir fürchten uns vor Fehlern, weil wir i. d. R. die Konsequenzen nicht richtig abschätzen können. Jedenfalls, wenn es um unbekannte Situationen geht.

Typische Gedanken von mir:
OMG, sie ist so hübsch, …, ich habe bestimmt keine Chance bei ihr! Ist sie eine Hete? Wie spreche ich sie an, ohne dass ich blöd rüberkomme? Was soll ich nur sagen, wenn sie mich anspricht? Starre ich zu viel? Wie sich wohl ihre Lippen anfühlen? Sollte ich mir das T-Shirt oder doch lieber die Hose kaufen, …, habe ich dann noch genug Geld, um am Freitag oder am Wochenende auszugehen?

Einige mögen sagen: „Höre auf dein Bauchgefühl“. Andere sagen vielleicht differenzierter: „Finde die richtige Mischung – es kommt auf die Situation an.“ Wie wir alle wissen (oder nicht alle 😉 ) sind die besten Ratschläge meist nicht die einfachsten.

Wenn ich auf meine letzten Monate oder gar mein Leben zurückblicke, muss ich sagen, dass ich immer einen gewissen Faden im Leben hatte, den ich mehr oder weniger vorbereitend verfolgte. Es kann aber auch sein, dass ich die vergangen Jahre aus einer anderen Perspektive sehe. Meine letzten Monate zumindest – um zum Thema zurück zu kommen, waren sehr ‚turbulent‘. Viele Eindrücke, Entscheidungen in einer enorm kurzen Zeit.  Ich kann nicht sagen, dass ich mich gerade sonderlich überfordert fühle, …, ich mag es sogar, dass immer etwas passiert, nix still steht. Okay, das betrifft Entscheidungen, die relativ planbar sind. … Wie ein Wocheneinkauf in etwa. Damit komme ich gut klar, spontane Entscheidungen bereiten mir persönlich eher Probleme, weil ich da auf meine Erfahrungen zurückgreifen muss.

Denn, … !, wer sagt, dass meine Erfahrungen für diese oder jene spontane Situation die richtigen oder gar ausreichend sind? Ein Freund riet mir letztens zu dieser Thematik ‚einfach‘ Mut zum Fehler zu haben. Fehler sind einprägsam und können eben diesen/jenen Fehler ein zweites Mal vermeiden, also ungefähr so, als ob man Feuer mit Feuer bekämpft (im positiven Sinne). Aber das kann auch nicht die ganze Wahrheit sein!

Z. B. im Bereich der Liebe und Zuneigung. Wenn du eine Frau ansprichst, die dich ablehnt, heißt das zum Beispiel nicht, keine Frauen mehr anzusprechen (Mal als ganz einfaches, blödes Beispiel). Mein Vorschlag zu solchen Situationen wird sich vielleicht etwas komisch anhören, aber ich denke, dass es Kopfmenscherinnen wie mir – helfen könnte. … Versucht zu fragen, weswegen sie euch ablehnt. Liegt es daran, dass ihr nicht der ‚richtige Typ‘ seid, hat sie ggf. andere Probleme und möchte z. Z. schlicht keine Beziehung (oder sie steht vielleicht auf kleine, rothaarige Sommersprossen-Nymphen 😉 ).

Ich weiß, wie schwer das ist! Ich ticke ja auch so, dass ich erst die Umgebung durchleuchte … . Man hat das Gefühl für sich und seinen Empfindungen ein sicheres Areal schaffen zu müssen, um zum Beispiel in Falle einer Enttäuschung etwas weicher zu landen. Es gibt ja diesen Spruch, Mein Körper ist mein Tempel und mein Geist das Heiligtum. Kopfmenscherinnen sind sehr darauf bedacht genau zu dosieren, wer welche Schlüssel zum Tempel und schließlich zum Heiligtum bekommt. Das macht es aber Kopfmenscherinnen eher schwer überhaupt die Eine an sich ran zu lassen. Es werden mit der Zeit immer weitere Voraussetzungen, Ansprüche aufgestellt, oder sie verfallen in einem ‚Ich mache alles für dich‘-Modus und klammern. Kopfmenscherinnen sollten da echt ein Auge drauf haben – sich und ihre Umgebung reflektieren.

Na ja, Kopfmenscherinnen sind am Ende des Tages auch nur Menschen und irgendwie kämpfen wir alle mit den gleichen Herausforderungen. Die einen mit etwas höherschwelligen Gefühlswelten und andere mit etwas niedrigschwelligen Empfindungen. Es muss halt einfach funken und ehrlich sein 🙂

 

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