outing

ein leben beginnt unscheinbar! man darf schreien und reden, wie man will. man darf neugierig sein und die welt erforschen. und man darf von anderen lernen.

man muss von anderen lernen.

ich traf menschen, die scheinbar so waren, wie ich selbst. ihre körper und stimmen ähnelten meiner sehr. doch da lauerte etwas in mir, etwas – was nicht offensichtlich war.

es widersprach den blicken, den urteilen der anderen.

es saß mir unter der haut, tief, tief im herzen und kopf vergraben und ich vergrub es weiter – denn es passte nicht zu den anderen menschen,

es gehörte nicht in die gesellschaft. die gesellschaft wollte es nicht, die gesellschaft verachtete es.

doch was war mit dem himmlischen wesen? liebte sie es, wollten sie es – sollte es eine prüfung sein, ein zeichen, was für wege sollte ich für sie gehen?

so fragte ich das himmlische wesen, ‘was ist mit mir, was stimmt mit einem körper nicht, warum wehrt sich mein innerstes so sehr gegen diesen körper?’

es kam keine antwort!

keine antwort, wie auf die hunderten gebete zuvor, keine antwort .. keine erlösung.

so lebte ich mit einem körper der nicht meiner war, der sich verhielt – wie etwas fremdes.

und das innere wehrte sich und trat zu tage und tränen bezeugten die zerrissenheit zwischen dem körper und der identität.

ich versuchte mich anzupassen, den anderen menschen zu gefallen. und zu funktionieren, so wie die vielen anderen körper, welche scheinbar so sind wie meiner. so wie die spiegel es zeigen, so wie die menschen mich ansprechen, so wie die menschen mich behandeln.

ich mag die konzepte nicht, in die ich geboren wurde!

es fühlte sich rau an, es fühlte sich nach schmerz an!

ich durfte und konnte dinge nicht machen, die ich wollte.

kein mensch konnte mich verstehen. menschen wie ich werden beschimpft, menschen wie ich werden verletzt, menschen wie ich sind traurig, menschen wie ich haben keine heimat.

all das lernte ich von meiner familie, den menschen denen ich vertrauen, die ich lieben und achten sollte.

doch ich bin mir sicher, das äußere muss zu dem inneren passen. das innere muss sich den anderen menschen zeigen.

jetzt beginnt ein kampf auf lebenszeit.

menschen werden über mich urteilen, menschen werden mich bewerten, jeden tag werde ich mit blicken und worten durchbohrt werden.

und ich kämpfte! ich kämpfe in einem system das mich klassifiziert, pathologisiert, damit ich sein kann, wie ich bin.

und so lebe und blühe ich auf, lerne von menschen, von denen ich lernen will, von denen ich lernen darf.

ich bin frei und mein leben beginnt erneut! ich lebe jetzt ein leben, mit einer familie, die keine grenzen kennt, die mich nimmt, wie ich bin, auf mich aufpasst und auf die ich aufpasse.

und so werde ich kämpfen, für alle – die es nicht mehr können,

für alle die verloren gingen, für alle, die geopfert wurden.

Demo: Protest gegen rassistischen Aufmarsch durch Kreuzberg 17.02.2018

Am 17.02.2018 rief das AfD-Mitglied Leyla Bilge zum ‚Marsch der Frauen‘ auf. Diese Demo war ein bundesweiter Aufruf gegen islamische Gewalt an Frauen*. Dies war der Hebel, welcher für rassistische, anti-feministische und anti-queere Thesen genutzt wurde. Es wurden Flüchtlinge stigmatisiert, und Frauen* – welche eine Schwangerschaft abbrechen wollen – kriminalisiert und alternative Lebensformen diskriminiert.

Die Demo der AfD wurde von Aktivisten*innen und Bürger*innen sehr früh gestoppt, so dass diese nicht bis zum Bundestag ziehen konnte. Hier zeigte sich beeindruckend, dass die Menschen der Stadt keinen Raum für Nazis bieten und schon gar nicht in unseren wunderschönen Bezirken Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain!

Wir – vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, traten für die Abschaffung des Paragraphen 219 a ein, welcher ein Werbeverbot für Ärzt*innen im Strafgesetzbuch festlegt. Dies behindert im hohen Maße die Informationsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren* über ihren Körpern in einem Ausmaß, welches die Gleichstellung der Geschlechter institutionell in Frage stellt. Diese Diskriminierung und Bevormundung muss ein Ende haben, darum verteilten wir Flyer, informierten Teilnehmer*innen der Demo und waren sicht- und hörbar präsent.

Wir freuen uns über jede Unterstützung oder euer Interesse. Schaut einfach auf unserer Website vorbei: http://www.sexuelle-selbstbestimmung.de/ 

IMG_0234

Radical Softness – Poesie an die Gefühle

Nähe, Zärtlichkeit, Liebe,
ihr seid die Hüterinnen meines Herzens.

Ich wollte euch vor der Außenwelt schützen,
drum versteckte ich euch.
Doch seid gewiss, ich werde euch die Freiheit geben,
die ihr verdient habt!

Die wir verdient haben.

So beschwöre ich euch, ja – lasst uns gemeinsam
die Lebewesen erforschen, die Seelen erkunden
und Verbindungen eingehen.

Wir sind Forscherinnen verdammt! Vor unserer Neugier
ist kein Kosmos der Gedanken und Körper sicher.
Weil wir euch lieben!
– Frauen* aller Formen, Farben, Weiblichkeiten – 

Zusammen lassen wir die Vibes, das Licht unserer
Flämmchen lodern und ein glühendes Fest entzünden.

Wir sind nicht mehr oder weniger Radikal oder Weicher, wie jede von uns.
Nein, wir sind die Geburt eurer-unserer unausgesprochenen Gedanken.

Wir sind nicht Radikal! Wir sind eure gelebten Sehnsüchte.
Wir sind weich! Wir sind die Zärtlichkeit und Verletzlichkeit für eure Seelen.
Wir dienen uns – indem wir euch einen klaren, lichten Raum geben.

Also lernt von uns! Lebt mit uns! 

Jana’s Tag – Poesie

Wenn ich meine Augen schließe, kann ich dir mit offen Blick entgegentreten. Dich zu erforschen fällt mir leicht und so lässt du dich willig auf das Spiel ein.

Die Schmerzen, die ich sonst bei deinem Anblick aus Sehnsucht verspüre, verfliegen und ich kann mich – nein dich, mit geschlossenen-offenen Augen berühren.

Wir tanzen liegend umschlungen auf dem Teich der Amazonen und ich erforsche deine Kurven, deine Unschärfen. Wenn es ein Geschenk Gottes gibt, ist es die Liebe und Lust in diesem Moment. Ich – Wir berühren uns langsam, forschend. Zart folgen wir unseren Linien und Küssen uns tief, intensiv …
bedacht auf unsere Lippen und rauben uns den Atem.

Unsere Lust, ja unsere sehnsüchtige Liebe kanalisiert sich in Spannungen
– ein Kontrollverlust, wie die Trompeten von Jericho –
welcher alle Mauern zu Staub zerfallen lässt.

Doch was ein Moment war, was die Glückseligkeit war, was die Venus mir bot, ist nun ein Fluss aus nicht enden wollenden Emotionen. Ja, ich bin verletzt, die Wunde zu meinem Herzen reiße ich gerne auf – meine Liebe, oh süße Artemis.

Doch eine Nymphe wandelt sich, eine Nymphe begehrt dich,
die Nymphen lieben sich und finden sich.
– Oh – Artemis –

Und nun, unverhofft, wie ein Tropfen,
wie ein Herzklopfen sind die Nymphen nicht mehr alleine.
Denn sie tanzen in ihren Elementen,
negieren und inkludieren – explodieren.

Kein Element hat seinen Platz, alles ist offen, alles ist frei, alles ist queer. 
Es ist Nymphen-Zeit!

Trans*Feminismus #1

Ich habe lange darüber nachgedacht, etwas zu dem Thema zu schreiben, aber da dieser Blog sich auch um mich drehen soll, habe ich mich dazu entschlossen, doch meine Gedanken mit euch zu teilen.

Ich möchte mit einer Frage beginnen.
Wie oft macht ihr euch über Anpassung Gedanken?
Für mich war Anpassung schon immer ein wichtiges Thema. Sowohl vor als auch bei der Transition. Im Kontext von Trans* meine ich das sogenannten Passing. Das Wort Passing war für mich eine gewisse Zeit das Thema! Ich wollte die äußerlichen Merkmale einer ‚Bio‘-Frau (Cis-Frau), ich wollte so klingen – wie eine Frau und ich wollte auf Frauen als Frau attraktiv wirken. Ich bin eine Frau und wie alle Frauen trage ich eben auch die gleichen Ängste und Wünsche in mir. Ich würde es nicht einmal auf die Geschlechter begrenzen, sondern es als Menschsein begreifen.

Viele meiner Freund*innen meinten, dass ich eine Wesensveränderung durchgemacht hätte. Und ja, dazu stehe ich! Warum auch nicht? Alle Menschen machen eine Transition mindestens im metaphorische Sinne durch. Sei es die Kindheit und Pubertät, das Erwachsenwerden, ein Coming-out. Jede*r von uns hatte eine Grenzerfahrung und hat Grenzen überschritten. War es schwer diese Grenzen zu überschreiten? Ich sage, es kommt auf die Grenze an und wer die Grenze gesetzt hat. Wer zum Beispiel Rauschgift zu sich nimmt, überschreitet eine schmerzhafte Grenze für sich selbst. Wer zu seinen/ihren Gefühlen steht und sich als homosexuell outet, überschreitet eine gesellschaftliche Grenze, man fällt aus der Heteronormativität heraus. Schon bei diesem kleinen Schritt, zur Homosexualität, polarisiert Mann und Frau die Gesellschaft. Nun kommen noch Trans*, Inter und Non Binary dazu. Was für ein Stress?!

Ein Bekannter meinte vor kurzem zu mir: „Jetzt wird es doch zur Mode allem und jedem einen Namen zu geben„. Mein Gedanke war <<what!>> – wenn es für etwas einen Namen gibt, können Probleme, Diskriminierung usw. benannt werden und Lösungen für Akzeptanz, Toleranz erarbeitet werden. Ich möchte mal sehen, wenn besagter Mann keine Bezeichnung für sein Geschlecht hätte und damit kein Austausch darüber stattfinden könnte, weil es vielleicht noch gesellschaftlich unterdrückt und verachtet wird oder sogar unbekannt ist!? Das Argument, dass sich jemand nicht in die Lage von der betroffenen Person versetzen kann, fühlt sich für mich … wie eine Ausrede an – sich nicht emotional dieser Herausforderung zu stellen (was ja auch okay sein kann, wenn betreffende Person dazu stehen würde). Sich gewissermaßen der Empathie zu verweigern!? Trans*Menschen hören Sprüche wie „Als du früher ein Kerl warst, hast du mir besser gefallen„, „Wir wollen dein altes Ich wieder haben„, „Du bist keine richtige Frau, du hast einen Penis„, „Du bist kein Mann, nur weil du jetzt einen Bart hast, …, du hast ja immer noch eine Vagina„, „Du verkleidest dich doch nur als Frau/Mann“ …

Trans*Menschen waren schon immer die Frontline des Feminismus!

Trans*Menschen und gerade Transfrauen polarisieren mit jeder Sekunde die Gesellschaft. Sie brechen die Schönheitsideale von Wirtschaft, politischen und religiösen Ansichten und auch mit der Kultur des Patriarchats. Kant mahnt uns, uns kritisch zu hinterfragen. Nur ist tatsächlich alles auf eine selbstverschuldete Unmündigkeit zurückzuführen? „Du hast dich entschieden ein*e Mann/Frau zu werden“ … Ich würde argumentieren, dass die Gesellschaft entschieden hat, mich in einem Geschlecht zu sozialisieren, welches nicht zu mir passt. Für mich ist Gesellschaft und Familie in einem Kontext zu betrachten, da die Gesellschaft auf die Familie aufbaut.

Allgemein, weswegen sollten wir als Feminist*innen auf eine Gesellschaft hören und folgsam Amen sagen? Wir führen seit Jahrzehnten Debatten, machen Kunst und Kultur, arbeiten mit niedrigen Budgets am Wandel der Gesellschaft, wo jede*r die gleichen Chancen bekommen soll …! Die Realität spricht von Ablehnung, die Realität spricht von Verunglimpfung, die Realität spricht von Armut, die Realität spricht von Assimilation. Das sind natürlich nur Negativbeispiele …

<<… denn es läuft ja für Trans*Menschen mit passing – mit Ausweis, mit OP – das sind Möglichkeiten …, Ist doch super! Wer schön sein will, muss leiden …>>

Ich wünsche mir mehr Trans*Menschen im öffentlichen Raum, sichtbar! Wie schön wäre es, wenn ein Transmann, eine Transfrau, Intersexuelle und Non Binary’s die Nachrichten in der Tagesschau oder im Radio moderieren! Wir sind noch immer nicht im öffentlichen Raum und wir sollten uns fragen, wie wir das stellen!

Mir ist bewusst, dass jede/r Trans*, Inter* und Non Binary ein Opfer auf dem Schlachtfeld des patriarchalischen Esstischs sein wird. Zusätzlich wird es dann wohl heißen “ …immer diese ‚Freaks‘, brauchen IMMER mehr Aufmerksamkeit, …, die denken wohl, sie wären etwas besonders, … hach, ich bin individuell und so…„. Und ja, so etwas wird gesagt, schließlich müssen wir ja IMMER im Mittelpunkt stehen. Dass WIR (alle eingeschlossen – Queerfeminist*innen) im einfachsten Fall einfach nur die Hässlichkeit der Ablehnung, Diskriminierung Spiegel fällt dann offenbar nicht auf.  Das Privileg CIS zu sein, sodass die biologische und gefühlte Geschlechtsidentität eindeutig sind, haben nicht alle. Und eben diese Privilegien müssen wir mühsam erkämpfen.

Wir wissen – wer wir sind und wir wissen – wer ihr seid, das macht den Unterschied aus!

Dazwischen-Weg(e) leuchten – Poesie

Ich fühle mich wie ein Mond…

 –

Was kann ich mir selbst sagen, um nicht die Laufbahn zu verlassen,

oder will ich sie verlassen, habe ich sie schon verlassen,

kann ich sie verlassen?

 –

Ja SIE, die die Laufbahn ist und mir

halt gibt und atmen lässt.

Wir sind schon ein Leben lang zusammen!

Wenn wir die Augen schließen – sehen wir auf die Lebenden herab,

denken uns in Ewigkeit gehaltene Grenzen aber wissend,

dass wir uns nie berühren werden.

 –

Ja, es mögen vielleicht nur Blicke sein,

aber zu wissen, dass es dich gibt, gibt der Mondin halt.

 –

So schwebe ich in der Unendlichkeit meiner Möglichkeiten und

besuche Planeten und Sonnen und andere Monde.

Wir reden, genießen die Zeiten und

durchqueeren so manchen Nebel und

weichen den verschiedenen Leeren aus.

 –

egal wen ich besuche,

egal bei wem ich bleibe,

egal bei wem ich liebe,

 – die spuren bleiben –

Die Kreise, die ich drehte,

die Fragen, die ich stellte und unbeantwortet blieben,

die Unendlichkeit flüstert vom Zukünftigen, Vergangenen und Gegenwärtigen ich.

 –

Ja, wir sind eins und doch nicht gleich.

 –

doch schauen wir dann zurück,

das Gelernte und Gewusste,

das Gelittene und Schöne,

wir sind wie Geschwister.

 –

– wir sind nicht gleich! –

Wir werden immer unterwegs sein,

aber das unterscheidet uns nicht von anderen.

denn wer den Unterschied macht, sind wir.

 –

So freue ich mich auf jeden Mond,

ja – jeden Himmelskörper, der in der ferne Leuchtet.

 –

Die Suche ist mehr als ein Versuch,

sie ist ein Weg, eine Entscheidung für unser Leben.

So teilen wir als Himmelskörper doch das gleiche Schicksal,

trotz unterschiedlicher Formen und begleitenden Laufbahnen.

Jedes Leuchten ist ein leuchtendes Konzert

in unserem Wohnzimmer der Unendlichkeit.

Oh – was für ein Himmelszelt.

Frau* Feminismus #1

Der Eindruck von Frauen in dieser Zeit ist divers in ihren Fähigkeiten, Aussehen und Können. Auch das Verständnis von Attraktivität ändert sich ständig im Sinne einer gewissen Inklusion – was Gender, Sexualität, Geschlecht angeht.

Was ich damit ausdrücken will, ist, dass sich das gesamtgesellschaftliche Verständnis für Veränderungen erst an den Randgruppen abzeichnet. Und ob es uns gefällt oder nicht, Frauen sind in der Gesamtheit noch immer eine Randgruppe. Seien es die Einkommen, Karriere oder die Diskriminierung aufgrund des biologischen Geschlechts/Geschlechtsidentität. Es ist Fakt, dass gerade Frauen an verschiedenen Punkten Schwierigkeiten haben, eine Durchsetzung in der Gesellschaft durchzuführen. Zum Beispiel durch Vorurteile in bestimmten Berufen, Sozialisierung in der Kindheit, Jugend. Das betrifft auch die sexuelle Orientierung.

Werden gesellschaftliche Geschlechterrollen in einer bestimmten Weise tatsächlich marktwirtschaftlich taktiert? Was für Menschen treffen die Entscheidungen bestimmte Aussagen in den Medien wiederzugeben?

Ich möchte euch und mich davor bewahren mit dem leidigen Thema Patriarchat vs. Matriarchat anzufangen, aber dennoch sollten einige Punkte dazu erwähnt werden. Meiner Meinung nach sind die Themen von Frauen für Frauen zwar in der Gesellschaft vertreten. Aber! Die Art und Weise, wie diese Themen teils aufgegriffen werden, wirken mitunter in Zielsetzung und Umsetzung umgekehrt. Ob dies absichtlich ist – kann ich nicht sagen. Wenn ich es gut meine, denke ich an eine Art Naivität, Starrköpfigkeit und Hohlköpfigkeit. Liegt dies vielleicht daran, dass gewisse Entscheidungsträger vom älteren Semesters sind und oder die moderne Erziehung noch nicht weit genug greift? 😉 ([Sarkasmusschild] Vielen Dank an die ganzen religiösen Glaubensträger, für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauenrechte, Trans*/Intermenschen und die Ehe für alle, …, habt ihr gut gemacht ^_^ ) Ich will nicht sagen, dass konservative Anschauungen schlecht seien, weil sie eben die wichtige Aufgabe erfüllen – die Geschwindigkeit von Veränderungen abzufedern. Hatte Hegel am Ende mit seinem Fortschrittsglauben doch Recht behalten? Gerade im heutigen Zeitalter, in dem die technischen und sozialen Veränderungen in super schnellen Schritten ablaufen, ist es gut, wenn in gewissen Bereichen die Veränderungen doch eher durchdacht werden.

Aber was die Frauenrechte angeht, auch gerade im Hinblick auf Transfrauen/männer und Inter*menschen, sollten Veränderungen nicht länger hingehalten werden. Auch die LGBTIQ-Community muss sich dazu mehr emanzipieren! Ich bin der Meinung, dass das Geschlecht endlich unabhängiger von der sexuellen Orientierung betrachtet werden sollte, bewusster. Ich weiß, dass der Anspruch doch recht hoch ist, gerade in Bezug auf homosexuelle Beziehungen, … diese sind ja relativ auf das Geschlecht bezogen.

Wenn ich das aus meiner lesbischen Sicht betrachte, ist es mir wichtig mit einer Frau zusammenzuleben. Dabei sind für mich die Genitalien, für eine Beziehung, nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass sie sich als Frau sieht, so lebt und emanzipiert.

Was bedeutet in diesem Kontext Frau? Frau bedeutet die kulturellen Errungenschaften zu verstehen. Kultur kann zum Beispiel Sozialisierung, Bewegung, Stil und Sprache sein – … Feminismus!

Unsere Aufgaben als Feministinnen in der heutigen Zeit sehe ich in der Sichtbarkeitsmachung von Geschlecht und sexuellen Orientierung, sowie die Emanzipierung von Trans/Intermenschen. Das sind für mich (!) mit die wichtigsten Punkte in diesem Kulturkampf, der auch für die Männer geführt wird. Ich für meinen Teil muss mich erst noch vorbereiten, einige Dinge lernen, eh ich strategische Konzepte vorlegen kann. Taktisch betrachtet, würde ich aber sagen, dass eine multimediale Konzeption mit typischen Symbolen und Texten effektiv ist. Wenn man dann noch eine Sichtbarkeit mit Ständen, z. B. an Bahnhöfen –  mit einer Dauerpräsenz aufbringt, ist dies eine gute Taktik. Dabei geht es mir nicht nur um queere Themen, sondern die generelle Sichtbarkeit von Diskriminierung! Und das ist eine Kernkompetenz vom Feminismus. Feminismus umfasst natürlich weit mehr Themenfelder und hat bereits eine bewegte Geschichte (Stonewall). Ein Grund mehr, dass wir diese fortsetzen, – klug, besonnen und mit einer gewissen Smartheit.

Als Schlusssatz will ich meine Bewunderung für die derzeitigen Aktivisten ausdrücken, welche unglaublich intelligent und engagiert neue Konzepte mit alten verbinden. ❤

Jana’s Tag – Poesie

Du, du ziehst mich raus,

in unsere Nacht, welche wie ein Tag ohne Licht, voller Liebe ist …

so lieben wir uns bis der Schweiß sich verbindet, die Becken sich rhythmisch bewegen und die Küsse anfangen in unseren Herzen zu beben.

Unsere Vorstellungen und Gedanken werden eins, das Leben – die Lust wird Licht und die Nacht weicht dem feinen Flackern unserer Flämmchen. Wir beten zur Göttin, „… mach diesen Moment zur Ewigkeit“!

Die Körper, wie reine Poesie, umschlingen sich nun in einem heiligen Akt. Artemis – Heilige – lächelst du? Du, die die Jagt liebt, das Wilde, das Zarte vom Vor und Zurück, das Austesten der Grenzen, …

Heute sind wir uns sicher, …! Kallisto’s Tränen sind nicht umsonst und es finden sich zwei, zwei wie Gleiche im Herzen verbunden.

Kopfmenscherinnen

Wenn man auf der Straße wildfremde Menschen fragen würde: „Was verlief in Ihren Leben nach Plan? Haben/Hatten Sie an Ihren Träumen und Zielen gearbeitet?“

… So würde man, wie die Fragen es ja schon herausfordern, höchst unterschiedliche Antworten erhalten. Jeder muss ja rückblickend sein Leben betrachten und diesen Rückblick dann mit dem Jetztzustand vergleichen. Wir werden wahrscheinlich ‚Anker‘ in unserem Leben finden, wo wir ggf. sagen würden, hier hätte ich mich anders entscheiden können oder sollen, dort habe ich Lebenszeit verschwendet. Manche schauen wahrscheinlich mit Wehmut zurück, andere sind von ihren Erfahrungen vielleicht sogar überwältigt oder können mit ihren Erfahrungen helfen.

Welche Zwänge, welchen Druck oder Unfreiheiten muss man also ertragen, um sich die Freiheit zu nehmen, auch mal eine Enttäuschung oder ein Risiko einzugehen? Ich denke, es ist manchmal einfach die Furcht vor den Wenns und Abers. Wir fürchten uns vor Fehlern, weil wir i. d. R. die Konsequenzen nicht richtig abschätzen können. Jedenfalls, wenn es um unbekannte Situationen geht.

Typische Gedanken von mir:
OMG, sie ist so hübsch, …, ich habe bestimmt keine Chance bei ihr! Ist sie eine Hete? Wie spreche ich sie an, ohne dass ich blöd rüberkomme? Was soll ich nur sagen, wenn sie mich anspricht? Starre ich zu viel? Wie sich wohl ihre Lippen anfühlen? Sollte ich mir das T-Shirt oder doch lieber die Hose kaufen, …, habe ich dann noch genug Geld, um am Freitag oder am Wochenende auszugehen?

Einige mögen sagen: „Höre auf dein Bauchgefühl“. Andere sagen vielleicht differenzierter: „Finde die richtige Mischung – es kommt auf die Situation an.“ Wie wir alle wissen (oder nicht alle 😉 ) sind die besten Ratschläge meist nicht die einfachsten.

Wenn ich auf meine letzten Monate oder gar mein Leben zurückblicke, muss ich sagen, dass ich immer einen gewissen Faden im Leben hatte, den ich mehr oder weniger vorbereitend verfolgte. Es kann aber auch sein, dass ich die vergangen Jahre aus einer anderen Perspektive sehe. Meine letzten Monate zumindest – um zum Thema zurück zu kommen, waren sehr ‚turbulent‘. Viele Eindrücke, Entscheidungen in einer enorm kurzen Zeit.  Ich kann nicht sagen, dass ich mich gerade sonderlich überfordert fühle, …, ich mag es sogar, dass immer etwas passiert, nix still steht. Okay, das betrifft Entscheidungen, die relativ planbar sind. … Wie ein Wocheneinkauf in etwa. Damit komme ich gut klar, spontane Entscheidungen bereiten mir persönlich eher Probleme, weil ich da auf meine Erfahrungen zurückgreifen muss.

Denn, … !, wer sagt, dass meine Erfahrungen für diese oder jene spontane Situation die richtigen oder gar ausreichend sind? Ein Freund riet mir letztens zu dieser Thematik ‚einfach‘ Mut zum Fehler zu haben. Fehler sind einprägsam und können eben diesen/jenen Fehler ein zweites Mal vermeiden, also ungefähr so, als ob man Feuer mit Feuer bekämpft (im positiven Sinne). Aber das kann auch nicht die ganze Wahrheit sein!

Z. B. im Bereich der Liebe und Zuneigung. Wenn du eine Frau ansprichst, die dich ablehnt, heißt das zum Beispiel nicht, keine Frauen mehr anzusprechen (Mal als ganz einfaches, blödes Beispiel). Mein Vorschlag zu solchen Situationen wird sich vielleicht etwas komisch anhören, aber ich denke, dass es Kopfmenscherinnen wie mir – helfen könnte. … Versucht zu fragen, weswegen sie euch ablehnt. Liegt es daran, dass ihr nicht der ‚richtige Typ‘ seid, hat sie ggf. andere Probleme und möchte z. Z. schlicht keine Beziehung (oder sie steht vielleicht auf kleine, rothaarige Sommersprossen-Nymphen 😉 ).

Ich weiß, wie schwer das ist! Ich ticke ja auch so, dass ich erst die Umgebung durchleuchte … . Man hat das Gefühl für sich und seinen Empfindungen ein sicheres Areal schaffen zu müssen, um zum Beispiel in Falle einer Enttäuschung etwas weicher zu landen. Es gibt ja diesen Spruch, Mein Körper ist mein Tempel und mein Geist das Heiligtum. Kopfmenscherinnen sind sehr darauf bedacht genau zu dosieren, wer welche Schlüssel zum Tempel und schließlich zum Heiligtum bekommt. Das macht es aber Kopfmenscherinnen eher schwer überhaupt die Eine an sich ran zu lassen. Es werden mit der Zeit immer weitere Voraussetzungen, Ansprüche aufgestellt, oder sie verfallen in einem ‚Ich mache alles für dich‘-Modus und klammern. Kopfmenscherinnen sollten da echt ein Auge drauf haben – sich und ihre Umgebung reflektieren.

Na ja, Kopfmenscherinnen sind am Ende des Tages auch nur Menschen und irgendwie kämpfen wir alle mit den gleichen Herausforderungen. Die einen mit etwas höherschwelligen Gefühlswelten und andere mit etwas niedrigschwelligen Empfindungen. Es muss halt einfach funken und ehrlich sein 🙂

 

Der verfluchte erste Blogeintrag

Ich finde, der erste Eintrag ist immer der schwerste. Erstens muss man sich durchringen, die Gedanken zu fassen und dann auch noch Gedanken dazu haben.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich habe viele Gedanken, verdammt viele Gedanken, aber welche sind zu privat, sodass man diese besser nicht dem Internet und der Welt mitteilt, und welche sind schlicht zu alltäglich/uninteressant.

Nun, ich beschließe in meinem ersten Beitrag etwas über mich zu plaudern. 🙂

Ich bin sehr romantisch veranlagt, was mit meiner Veranlagung in Tagträume zu rutschen, eine mehr oder weniger gefährliche Mischung ist. Entweder bekomme ich ein Teil von Gesprächen nicht mit, oder ich laufe plötzlich in einer ausgeblendeten Realität zombiehaft auf den Straßen umher. Zu dieser Nebensächlichkeit gesellt sich noch eine ausgeprägte Ich-muss-die-Haare-richten-Macke. Was meine Freunde echt zur Weißglut bringt, zusätzlich, dass ich dann ständig das Smartphone vor die Nase halten muss, um zu schauen, ob meine Bemühungen Früchte getragen haben. ^^

Was meine derzeitige Freizeitbeschäftigung angeht, lese ich sehr viel, am liebsten lesbische Liebes- bzw. Dramageschichten. Dabei nehme ich so gut wie alles mit, was mich bei Mangas, Romanen interessiert. Ich muss zugeben, dass ich recht wählerisch bin. Ich mag tiefe Charaktere, welche – die auch mal widersprüchlich sind und bereit sind – sich zu entwickeln. Ich mag es einfach mich in die Menschen hineinzuversetzen, deren Gefühle nachzuempfinden und deren Geschichte quasi zu leben. Ihr seht, ich bin bei so etwas total dabei. Es ist – als wäre ich selbst mit drin, …, wenn ihr versteht was ich meine. Ach ja, und Hörbücher liebe ich auch. 😀

Ansonsten bin ich zur Zeit voll in der Planung, was meine Transition angeht, ich mag die Leute zwar nicht immer mit dem Thema belöffeln, aber ich muss halt sagen, dass das ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Es ist, als ob man in/auf einer flauschigen Wolke ist und auf das bisherige Leben zurückblickt. Einiges scheint weit entfernt und manchmal denkt man sich: „Ach Mist, hätte ich damals doch einfach etwas gesagt.“ Es ist eine krasse Selbstreflexion, über manches muss man sturzbachartig weinen, über manches schmunzeln und über einiges den Kopf schütteln. Fakt ist, dass es der richtige Weg ist. Ich bin einfach so zufrieden und urglücklich, dass ich – ich sein kann. Die Vergangenheit trägt halt Narben, aber die verblassen mit der Zeit und ich habe ja noch ein ganzes Leben vor mir. Ich bin da eine Volloptimistin. 😀

Ps. Was für ein sonderbarer Tag, die Sonne scheint irgendwie so herbstlich, bzw. das Jahr ist bald um, …, habt ihr manchmal auch dieses Gefühl, dass die Zeit einfach rasend schnell vergeht? Schrecklich, … ist das so, wenn man älter wird :O oh weh, … ich bin mal bei der Schokolade 😉 bis dann ihr Lieben